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Schwarzes Schaf

Vorurteile?!

Wahr oder nicht?

Wir brauchen Fleisch um uns gesund zu ernähren, heißt es immer wieder.

Antwort: Die Dürener Ernährungsberaterin Carina Martin vom St. Marien-Hospital befragt, gibt für eine ausgewogene Ernährung an, dass 300 – 600 g Fleisch pro Woche (inkl. Wurst) ausgewogen sind. Das sind rund 43 g/Tag, die die aller meisten unter den Dürenern sicher leicht überschreiten. Also ein echter Schritt für die eigene Gesundheit donnerstags auf Fleisch zu verzichten.

Von Eltern erfahren wir immer wieder: Besonders für meine Kinder will ich eine gute Ernährung und das beinhaltet täglich Fleisch.

Antwort: Laut dem in Deutschland führenden Institut für Humangenetik an der Uni Jena sind bereits heute in unserem Land je nach Altersgruppe und Wohnort 15-20 % der Kinder übergewichtig - Tendenz steigend. Ernährungsberater, die nicht zwangsläufig den Tierschutz in ihre Überlegungen mit einbeziehen, empfehlen ihren Patienten maximal zwei mal in der Woche Fleisch zu verzehren. Fastfood für Kinder und die Tatsache, dass immer weniger zu Hause „gut gekocht“ wird, fördern diese Entwicklung.

In Deutschland essen wir zu viel tierische Produkte sowie zu wenig Obst und Gemüse. Diese Art der Ernährung erhöht das Risiko von Herz – und Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Diabetes und mancher Krebsarten. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten jährlich 13.000 Todesfälle in Europa verhindert werden, wenn nur 1% weniger tierische Fette konsumiert würden.

Wahr oder nicht?

Immer wieder hört man: Wir brauchen die Massentierhaltung, weil ohne Fleisch die Menschheit nicht zu ernähren ist.

Antwort: Die Weltgesundheitsorganisation errechnete, dass etwa 80% der unterernährten Kinder weltweit in Ländern wohnen, die Nahrungsmittelüberschüsse aufweisen. Diese Länder exportieren ihre Überschüsse als Tierfutter in die Industrienationen. Dort wird die Massentierhaltung mit dem Futter versorgt. Doch sehr unwirtschaftlich, denn 1 Kalorie Hühnerfleisch entsteht aus 12 Kalorien Getreide, bei Rindfleisch sind es 9 Kalorien Getreide, bei Schweinefleisch benötigt man immerhin noch 3 Kalorien um 1 Kalorie Fleisch zu erzeugen. Franz Alt schrieb einmal: „ Die Lebensmittel der Armen werden von den Rindern und Schweinen der Reichen gefressen.“ Rein statistisch stehen jedem Weltbürger täglich ausreichende Nahrungsmittel zur Verfügung: 1 Kilogramm Getreide und Hülsenfrüchte, 500 g Fleisch, Milch und Eier, sowie 500 g Obst und Gemüse.

Wir hörten auch: Ein Tag ohne Fleisch ändert doch für die Tiere nichts.

Antwort: Und ob! In Deutschland werden jährlich 40 Mio. Schweine größtenteils in der industriellen Mast gemästet und im Akkord geschlachtet. Wenn an einem Tag kein Schweinefleisch (und anderes natürlich auch) gegessen würde, ging der Bedarf auf dem Markt um 14,2% zurück. Das wären 5,68 Mio. Schweine, die nicht in dunklen Ställen gemästet und ihr Leben fristen würden und viele Mio. Masthühner oder Rinder. In Düren leben rund 0,12% der Bundesbevölkerung. Über 6.000 Schweine müssten nicht so leiden, wenn wir alle mitmachen.

Eine häufig gehörte Aussage zu dieser Antwort ist: Die Tiere haltende Landwirtschaft in Deutschland würde zugrunde gehen.

Schon heute würde ein erheblicher Teil dieser Betriebe nicht mehr wirtschaften, wenn es keine Subventionen gäbe. Grundsätzlich können diese Betriebe anstelle Masse mehr Klasse erzeugen. Das wäre für die Tiere aber auch für die Umwelt gut. Voraussetzung ist jedoch, dass die Käufer endlich bereit sind für ihre Lebensmittel, für ihre Gesundheit und der Erhalt der Umwelt einen entsprechenden Preis zu zahlen. Kein Bauer ist glücklich über den Erhalt von Subventionen, er würde viel lieber direkt ordentlich für seine gute Arbeit entlohnt werden. Und am Ende: Würden wir die von den Verbrauchern über Steuern gezahlten Subventionen an der Ladentheke über den Preis direkt entrichten, wäre allen gedient.